Kommunen & Institutionen

Orte, Gebäude und Räume für Gemeinschaft. Prozesse für Zukunft.

Ich begleite Kommunen, Kirchengemeinden und Träger dabei, Leerstand, demografischen Wandel und neue Gemeinschaftsbedarfe in tragfähige Orte und Strukturen zu überführen — von der ersten Idee bis zur räumlichen Umsetzung. Viele dieser Projekte sind förderfähig — je früher das mitgedacht wird, desto größer der Handlungsspielraum. Die Planung, Genehmigung und Realisierung von Gebäuden — vom Vorentwurf bis zur Übergabe (HOAI LP 1–9) — bildet meine architektonische und projektstrategische Grundlage. Diese ergänze ich um wesentliche Kompetenzen, die bei komplexen Projekten mit Beteiligung, Gemeinschaft und sozialem Wandel den entscheidenden Unterschied machen.
Kommunen & Institutionen

Die Herausforderungen

Kommunen und Institutionen stehen heute vor tiefgreifenden Veränderungen:

  • Leerstände in Ortskernen — kirchliche Gebäude, Gasthäuser, Hofstellen verlieren ihre ursprüngliche Funktion
  • Wohnraum wird knapper und teurer, gemeinschaftliche Alternativen gewinnen an Bedeutung
  • Demografischer Wandel erfordert neue Formen von Pflege, Nähe und Daseinsvorsorge
  • Orte der Begegnung — Dritte Orte, Dorfmitten, Gemeinschaftsräume — fehlen oder sind bedroht
  • Hohe Anforderungen an Klimaschutz, Ressourceneffizienz und nachhaltige Bauweise
  • Bürger:innen wollen und sollen beteiligt werden — doch Beteiligungsprozesse brauchen professionelle Begleitung

Gleichzeitig entstehen neue Chancen: Mehrgenerationenwohnen, gemeinschaftliche Wohnformen, Dritte Orte, bezahlbarer Wohnraum für junge Familien; Umnutzung kirchlicher Gebäude, sozialräumliche Infrastruktur und neue Dorfmitten. Doch solche Projekte entstehen nicht allein durch Architektur. Sie brauchen gute Prozesse, echte Beteiligung und tragfähige soziale Grundlagen.


Mein Ansatz

Viele der heutigen Aufgaben im ländlichen Raum und in der sozialen Infrastruktur sind keine klassischen Planungsaufgaben mit bekannten Lösungen. Es sind komplexe Entwicklungsaufgaben, bei denen soziale, räumliche und wirtschaftliche Fragen erst im Prozess geklärt werden müssen. Wie ein leerstehendes Gebäude zur lebendigen Mitte eines Ortes wird, welche Nutzung wirklich passt, welche Gemeinschaft sich darin entfalten kann — das lässt sich nicht am Reißbrett entscheiden. Solche Aufgaben brauchen offene, lernende Prozesse, bevor Planung beginnt. Genau hier setzt meine Arbeit an.

Meine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von:

  • Raum und Gemeinschaft
  • Bestand und Zukunft
  • Beteiligung und Planung
  • Dorfentwicklung und Baukultur
  • Nachhaltigkeit und Alltagstauglichkeit

Mit über 25 Jahren Erfahrung in ökologischer Baupraxis, Bürgerbeteiligung, regionaler Entwicklung und gemeinschaftsorientierten Projekten begleite ich Entwicklungsprozesse von der ersten Idee bis zur räumlichen Umsetzung.

Phase10+ — Klarheit vor dem Entwurf

Bevor gebaut wird, braucht es Orientierung. Bevor geplant wird, braucht es Klarheit über Ziele, Werte und Nutzungsform. Bevor Förderanträge gestellt werden, braucht es ein belastbares soziales Fundament. Dafür habe ich den Ansatz Phase10+ entwickelt — eine vorgelagerte sozial-räumliche Entwicklungsphase, die Gruppen, Institutionen und Initiativen hilft, ihre Ziele, Spannungen und räumlichen Bedürfnisse sichtbar zu machen, noch vor klassischer Planung, Förderanträgen oder Machbarkeitsstudien.

Gute Prozesse machen Spannungen früh sichtbar — bevor sie politisch eskalieren. Das schützt Projekte, spart Kosten und erhöht die Förderfähigkeit.


Kompetenz & Hintergrund

Dipl.-Ing. (FH) Architektur + Masterstudiengang Regionalwissenschaft & Raumplanung (KIT Karlsruhe)

Architekturstudium mit anschließendem Masterstudiengang Regionalwissenschaft & Raumplanung — systemisches Denken, interkulturelle Kompetenz, Governance und regionale Entwicklung.

Über 25 Jahre ökologische Baupraxis

Holzbau, Strohbau, Lehmbau, Low-Tech, Selbstbau, kreislaufgerechtes Bauen, bioklimatische Architektur. Gründungsmitglied und zeitweise Vorstand FASBA e.V.

Bürgerbeteiligung & Genossenschaftsentwicklung

Leitung AK Energiewende Oberharmersbach (LEADER/LQN), Gründungsbegleitung Bürgerenergiegenossenschaft BEO mit realisiertem Holz-Hackschnitzel-Nahwärmenetz. Gelistet im Beteiligungsnetzwerk der Allianz für Beteiligung.

Gemeinschaftliche Initiativen

Beratung & Begleitung der Genossenschaft Zukunftsmelodie zur Gründung der Freien Schule Nimmersatt. Baugruppenberatung. Entwicklung von Phase10+ und ClusterKompass.


Leistungsfelder

1 — Sozial-räumliche Projektentwicklung

Ich begleite frühe Entwicklungsprozesse, in denen aus ersten Ideen tragfähige Nutzungskonzepte und soziale Strukturen entstehen — bevor Architektur, Finanzierung und Rechtsform die Richtung vorgeben. In Kooperation mit Netzwerken wie SPES, dem Forum Gemeinschaftliches Wohnen und regionalen Initiativen entstehen dabei starke Synergien.

Für Projekte wie:

Mehrgenerationenwohnen · Gemeinschaftliche Wohnprojekte · Dritte Orte · Dorfhäuser · Umnutzung kirchlicher Gebäude · Soziale Infrastruktur im ländlichen Raum

Leistungen:

  • Bedarfsanalyse und Zielfindung
  • Phase10+ Resonanzprozesse mit ClusterKompass
  • Gemeinschaftsprofile und Entscheidungsarchitekturen
  • Entwicklung sozial-räumlicher Lastenhefte
  • Nutzungskonzepte und Raumprogramme
  • Klassische Architektenleistungen (HOAI LP 1–9) auf dieser Grundlage

2 — Beteiligungsprozesse & Moderation

Gute Beteiligung bedeutet nicht nur Mitsprache — sie schafft Orientierung, Vertrauen und tragfähige Entscheidungen. Ich konzipiere und begleite Prozesse, in denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und gemeinsam in handlungsfähige Strukturen übersetzt werden.

Beteiligung gestalte ich dabei so, dass sie für alle zugänglich ist — zeitlich, räumlich und sprachlich. Familienfreundliche Formate, barrierefreie Veranstaltungsorte und verständliche Sprache sind für mich kein Aufwand, sondern Grundhaltung. Das gilt für die Sprache auf dieser Webseite genauso wie für den Ablauf eines Zukunftsworkshops.

Für Prozesse wie:

Bürgerdialoge · Zukunftswerkstätten · Dorfentwicklungsprozesse · Leitbildprozesse · Kooperative Planungsprozesse · Projektgruppen und Initiativen

Leistungen:

  • Beteiligungsdesign und strategische Prozessarchitektur
  • Moderation von Großgruppen und Kleingremien
  • Konsentformate und Entscheidungsprozesse
  • Konfliktklärung und Resonanzräume
  • Dokumentation und Ergebnistransfer in Planung

Referenz aus der Praxis:

Aus dem von mir geleiteten Arbeitskreis Energiewende Oberharmersbach (LEADER-Projekt „Lebensqualität durch Nähe", begleitet von SPES e.V.) entstand die Bürgerenergiegenossenschaft BEO mit realisierter Holz-Hackschnitzel-Heizzentrale und Nahwärmenetz.

Gelistet im Beteiligungsnetzwerk der Allianz für Beteiligung.

3 — Transformationsstrategien für Bestand

Bestandsgebäude sind oft wertvolle Ressourcen — nicht nur materiell, sondern auch kulturell und sozial. Ich unterstütze Kommunen und Träger dabei, vorhandene Potenziale neu zu lesen und in zukunftsfähige Nutzungskonzepte zu überführen. Klassische Planungsleistungen und Baugenehmigung sind dabei der handwerkliche Kern — ergänzt um strategische und soziale Entwicklungsarbeit.
Barrierefreiheit und Alltagstauglichkeit für alle Lebensphasen werden von Anfang an mitgedacht — nicht als Aufpreis, sondern als Qualitätsmerkmal guter Planung. Eine Dorfmitte, die alle erreichen können, ist eine stärkere Dorfmitte.

Für Objekte wie:

Pfarrhäuser & Gemeindehäuser · Gasthäuser & Hofstellen · Innerörtliche Potenzialflächen · Leerstand im Ortskern

Leistungen:

  • Potenzialanalysen und Umnutzungskonzepte
  • Sozial-räumliche Neuprogrammierung
  • Low-Tech- und kreislauffähige Sanierungsstrategien
  • Ressourcenschonende Bauweisen (Stroh, Lehm, Holz, Hanf, Kalk)
  • QNG-orientierte Nachhaltigkeitsstrategie
  • Planung, Genehmigung & Bauleitung (HOAI LP 1–9)

Förderfähigkeit mitdenken

Viele dieser Projekte profitieren von öffentlichen Förderprogrammen. Je früher Förderlogiken in die Projektentwicklung integriert werden, desto größer die Handlungsspielräume. Ich unterstütze dabei, soziale, räumliche und wirtschaftliche Anforderungen sinnvoll zusammenzudenken — und Förderfähigkeit von Beginn an mitzudenken.

  • Relevante Förderkontexte können sein:
  • Dorfentwicklung & LEADER
  • Quartiers- und Sozialraumförderung
  • Mehrgenerationenwohnen
  • Umnutzung von Bestandsgebäuden
  • Klimaschutz & Ressourceneffizienz
  • Zirkuläres Bauen
  • QNG – Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude
  • Bürgerbeteiligung (z.B. „Gut beraten!", Allianz für Beteiligung)

Netzwerkbasiert arbeiten

Komplexe Transformationsprojekte brauchen unterschiedliche Kompetenzen. Ich arbeite projektbezogen in Kooperation mit Fachplaner:innen, Institutionen und Netzwerken — und bringe damit mehr mit als eine Einzelperson.

Im Austausch und in Verbindung mit:

  • SPES e.V. / WIRKnetz — Netzwerk für ländliche Entwicklung, Zukunftsmodelle, Dritte Orte, Mehrgenerationenwohnen
  • Allianz für Beteiligung — Beteiligungsnetzwerk Baden-Württemberg, gelistet als Akteur
  • Forum Gemeinschaftliches Wohnen / WIN — Bundesweite Plattform für gemeinschaftliche Wohnprojekte
  • k-punkt Ländliche Entwicklung (DRS) — Kompetenzzentrum kirchliche Gebäude, Dritte Orte, Sozialraum
  • Bauwende-Allianz — Netzwerk für sozial-ökologische Transformation des Bauens
  • FASBA e.V. — Fachverband Strohballenbau Deutschland, Gründungsmitglied

Für Kommunen und größere Träger ist diese institutionelle Einbettung ein wichtiger Baustein: Projekte werden nicht von einer Einzelperson getragen, sondern von einem erprobten Kompetenz- und Kooperationsnetzwerk begleitet.


Haltung

Räume entstehen nicht zuerst aus Grundrissen. Sondern aus Beziehungen, Bedürfnissen und gemeinsamer Verantwortung.

Ich verstehe Architektur nicht nur als Bauaufgabe, sondern als soziale und kulturelle Praxis. Nachhaltigkeit beginnt nicht erst beim Material — sondern bei der Frage: Was brauchen wir wirklich? Wie wollen wir zusammenleben? Und wie können Räume entstehen, die langfristig tragfähig, anpassungsfähig und lebendig bleiben?
Gerade im ländlichen Raum liegt darin ein enormes Potenzial: Bestehende Gebäude neu zu denken. Gemeinschaft neu zu organisieren. Nähe neu zu ermöglichen. Nicht als Rückschritt — sondern als Zukunftsmodell.


Sie möchten einen Ort neu denken?

Ich begleite Kommunen, Institutionen und Initiativen auf dem Weg von der ersten Idee bis zur tragfähigen Projektstruktur — und darüber hinaus bis zur Realisierung.

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