Über mich
Mein Weg zwischen Architektur, Materialökologie und gemeinschaftlicher Entwicklung
Wie mein Weg mich geprägt hat
Aufgewachsen im Schwarzwald, begleitete mich das Bauen mit natürlichen Materialien schon früh — zunächst spielerisch in Form kleiner Strohballen-Hütten im landwirtschaftlichen Umfeld meiner Großeltern.
Viele Jahre später, auf Reisen durch Südamerika und während meines Architekturstudiums, wurde daraus eine bewusste architektonische Fragestellung:
Wie lassen sich Gebäude entwickeln, die mit Klima, Material und Nutzung arbeiten — statt mit immer größerer technischer Komplexität?
Vor dem Studium absolvierte ich eine Ausbildung zum Bauzeichner und arbeitete mehrere Jahre in Planung und Ausführung. Dazu gehörte unter anderem die Bestandsaufnahme historischer Schwarzwaldhöfe im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof und erste Umnutzungskonzepte für Gebäude mit Denkmalstatus.
Diese frühe Auseinandersetzung mit regionaler Baukultur, Materiallogik und langlebigen Konstruktionen prägt mein Denken bis heute.
Architektur — und mehr als Architektur
Während des Architekturstudiums verlagerte sich mein Fokus zunehmend auf ökologische Bautechnologie, natürliche Baustoffe und robuste Low-Tech-Konzepte.
Zu einer Zeit, als Stroh-, Lehm- und Hanfbau im deutschsprachigen Raum noch kaum Teil der etablierten Architekturdebatte waren, begann ich gemeinsam mit anderen Praktikern, diese Bauweisen nicht nur theoretisch zu erforschen, sondern praktisch weiterzuentwickeln — auf Baustellen, in Workshops und im internationalen Austausch.
Über viele Jahre leitete ich Praxisworkshops zu Strohballenbau und Lehmbautechniken und arbeitete mit diesen Materialien, lange bevor industrielle Systemlösungen für den Naturbau breiter verfügbar wurden. In innovativen Netzwerken mit Zimmereibetrieben, Tragwerksplanern und dem Fachverband Strohballenbau entwickelten wir erste strohgedämmte Pre-Fab-Module für Außenwände, Dach und (augeständerte) Bodenplatte um das Feld für Serielles Bauen mit Stroh zu öffnen.
Diese frühe praktische Auseinandersetzung prägt meine Arbeit bis heute.
Lernen im Feld
Ein großer Teil meines Wissens entstand nicht nur im Lehrsaal und Büro.
Sondern auf Baustellen, in Workshops, in Gemeinschaftsprozessen und in internationalen Netzwerken.
Prägende Erfahrungen sammelte ich unter anderem in Spanien, Peru, Bolivien, und Brasilien. Dort begegnete ich traditionellen Lehmarchitekturen, klimaangepassten Bauweisen und regionalen Materialkulturen, die mit lokalen Ressourcen arbeiteten — statt gegen sie.
Ein prägender Abschnitt war mein Aufenthalt an der Universität UFRGS Porto Alegre in Brasilien. Dort entstand aus einer Projektstudie gemeinsam mit indigenen Mbya-Guaraní, Anthropologen und Architektur-Studenten mein Wettbewerbs-Beitrag für das Kulturzentrum Casa Tatu — ein partizipatives Bauprojekt, das mein Verständnis von Architektur als gemeinschaftlichem Prozess grundlegend erweitert hat. Der Prototyp konnte unter handwerlicher Beteiligung der Dorfbewohner mit traditionellen Naturbaustoffen realisiert werden - und wird bis heute als Quartierstreff genutzt.
Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf Architektur verändert:
weg vom Objekt — hin zum Prozess.
Weg vom Gebäude allein — hin zum sozialen Raum.
Regionalwissenschaft, Raumplanung und komplexe Entwicklungsaufgaben
Nach meinem Architektur-Diplom führte mich mein Weg weiter an das KIT Karlsruhe in den Masterstudiengang Regionalwissenschaft und Raumplanung
Dort wurde mir etwas Entscheidendes klar:
Nicht alle Aufgaben sind klassische Planungsaufgaben.
Viele Herausforderungen — gerade im gemeinschaftlichen Wohnen, in der Dorfentwicklung oder in Beteiligungsprozessen — sind komplexe Entwicklungsaufgaben: Aufgaben, bei denen weder der Weg noch die Lösung von Anfang an feststehen.
Diese Erkenntnis hat meine Arbeit grundlegend verändert. Seitdem verbinde ich architektonisches Denken mit Prozessverständnis, Beteiligung und sozial-räumlicher Entwicklung.
Die Arbeit an meinem Arbeitsbuch begann in dieser Zeit. Aus dieser Auseinandersetzung entstanden über viele Jahre Schritt für Schritt: Phase10+, der ClusterKompass und das Arbeitsbuch Soziale Architektur für Wohnprojekte.
Netzwerke und Praxisräume
Meine Arbeit ist eingebettet in ein breites Netzwerk aus Baupraxis, Forschung, Beteiligung und gemeinwohlorientierter Entwicklung:
- Gründungsmitglied und zeitweise Vorstand im gemeinnützigen
Fachverband Strohballenbau Deutschland e.V. (FASBA) - Mitglied der Bauwende Allianz
- Mitglied im WIRKnetz des SPES e.V.
- gelistet im Beteiligungsnetzwerk der Allianz für Beteiligung
Dazu kommen praktische Erfahrungen aus Bürgerbeteiligung und Energiewendeprojekten, Genossenschaftsgründungen, Baugruppenprozessen, regionaler Entwicklung sowie Bildungsprojekten und gemeinschaftlichen Initiativen.
Ein Beispiel dafür ist die Begleitung des Arbeitskreises Energiewende Oberharmersbach und der daraus entstandenen Bürger-Energie-Genossenschaft BEO mit Nahwärmenetz und Heizzentrale.
Was mich antreibt
Mich interessiert nicht nur, wie Gebäude aussehen.
Mich interessiert, wie Menschen darin leben. Wie Räume Beziehungen ermöglichen. Wie Gemeinschaft entstehen kann. Wie vorhandene Ressourcen sinnvoll genutzt werden. Und wie Architektur Teil größerer gesellschaftlicher Transformationen werden kann.
Ich glaube: Gute Architektur beginnt nicht mit dem Entwurf — sondern dort, wo Menschen ihre Möglichkeiten bewusst klären.
Dipl.-Ing. (FH) Architektur * Freier Architekt
Studium Regionalwissenschaft \& Raumplanung (KIT Karlsruhe)
Architekt · Prozessbegleiter · Materialökologe · Netzwerker
Ich begleite Projekte von der ersten Idee bis zur Schlüsselübergabe — und übernehme alle Leistungsphasen, die klassische Architekten erbringen.