Haltung \& Konzept
Wie können Räume ökologisch, sozial und langfristig tragfähig werden?
1 — Materialökologie: Bauen mit Sinn
Ich arbeite mit Materialien, die bauphysikalisch überzeugen, reparierbar sind und am Ende eines Gebäudelebens wieder in den Kreislauf zurückfinden:
Holz · Stroh · Hanf · Lehm · Kalk
Das ist kein Öko-Dogma.
Es ist das Ergebnis von über 25 Jahren Praxis und der Überzeugung, dass ein gutes Haus nicht möglichst viel Technik braucht — sondern die richtigen Materialien, die richtige Konstruktion und den richtigen Umgang mit grauer Energie.
Das BioAktivHaus
Das BioAktivHaus ist mein Gegenkonzept zum technikintensiven Passivhaus:
Statt hochkomplexer Haustechnik, die Lebenszykluskosten und Materialaufwand oft ausblendet, setze ich auf einfache, robuste Konstruktionen mit natürlichen Baustoffen, bioklimatischer Architektur und Low-Tech-Prinzipien.
Ein Gebäude, das über die Materialen Feuchte und Temperatur reguliert.
Das reparierbar ist.
Das auch in zwanzig Jahren noch Sinn ergibt.
Das bedeutet in der Praxis:
- Konstruktionen aus Holz, Stroh, Lehm und nachwachsenden Rohstoffen
- minimierter Einsatz grauer Energie
- Haustechnik so einfach wie möglich, so wirksam wie nötig
- bioklimatische Planung: Orientierung, Speichermasse, natürliche Lüftung
- kreislauffähige Materialsysteme und Qualitätsiegel Nachhaltige Gebäude-Strategien
- Eigenleistung, regionale Wertschöpfung und direkte Handwerkervergabe
2 — Bestand & Transformation: Vorhandenes weiterdenken
Bestand ist oft der ökologisch sinnvollste, wirtschaftlichste und genehmigungsstrategisch klügste Weg.
Gerade mit den aktuellen Erleichterungen im Baurecht für Umnutzung, Dachausbau und Aufstockung entstehen neue Möglichkeiten, vorhandene Gebäude weiterzudenken.
Ich unterstütze private Bauherren, Kommunen und Träger dabei, diese Potenziale zu erkennen und in zukunftsfähige Konzepte zu überführen. Das umfasst:
- Potenzialanalysen und Umnutzungskonzepte
- Sanierungs- und Erweiterungsstrategien
- sozial-räumliche Neuorganisation
- Low-Tech- und kreislauffähige Sanierung
- barrierefreie Planung
- Planung, Genehmigung und Bauleitung (HOAI LP 1–9)
Bestand weiterzudenken bedeutet nicht, sich mit dem Vorhandenen zu begnügen. Es bedeutet, seine Potenziale zu erkennen und daraus neue Qualitäten entstehen zu lassen. Der nachhaltigste Neubau ist oft der, der gar nicht neu gebaut werden muss. Gute Transformation verbindet ökologische Verantwortung mit neuer räumlicher Qualität.
3 — Soziale Architektur: Phase10+ und ClusterKompass
Viele Projekte scheitern nicht am Bauen.
Sie scheitern daran, dass zentrale Fragen zu spät gestellt werden — oder gar nicht.
- Was brauchen wir wirklich?
- Wer trägt das mit?
- Wie wollen wir zusammenleben?
- Welche Räume brauchen wir — und welche nicht?
Gerade gemeinschaftliche Wohnprojekte beginnen oft nicht mit einem Bauproblem, sondern mit einer komplexen Entwicklungsaufgabe.
Dafür habe ich Phase10+ entwickelt:
Eine vorgelagerte Klärungsphase, die Gruppen, Familien, Kommunen und Initiativen hilft, ihre Ziele, Spannungen und räumlichen Bedürfnisse sichtbar zu machen — bevor klassische Planung, Förderanträge oder Machbarkeitsstudien beginnen.
Phase10+ ist keine Moderationsrunde.
Es ist eine strukturierte Entwicklungsphase mit klaren Ergebnissen — zum Beispiel:
- ein soziales Lastenheft
- ein Gemeinschaftsprofil
- räumliche Leitqualitäten als Grundlage für die Planung
Der ClusterKompass ist das zentrale Navigationsinstrument innerhalb von Phase10+.
Er hilft dabei, diffuse Wünsche und Haltungen sichtbar und besprechbar zu machen — entlang drei grundlegender Spannungsfelder:
- Ich ↔ Wir — Wie viel Privatheit? Wie viel Gemeinschaft?
- Heute ↔ Morgen — Was ist jetzt pragmatisch — und was langfristig sinnvoll?
- Gestalten ↔ Wirken — Was dient vor allem dem eigenen Leben — und was dem größeren Ganzen?
Aus unscharfen Wünschen entstehen so klare Haltungen, die in räumliche Entscheidungen übersetzt werden können.
Für Gruppen schafft das Orientierung.
Für Kommunen und Fördergeber belastbare Entscheidungsgrundlagen.
Barrierefrei — als Haltung, nicht als Zusatz
Barrierefreiheit hat für mich viele Gesichter.
Nicht nur schwellenlose Eingänge oder breite Türen. Sondern auch:
- verständliche Sprache
- zugängliche Beteiligungsformate
- familienfreundliche Workshops
- alltagstaugliche Prozesse
- Räume, die möglichst vielen Menschen offenstehen
Ich versuche, meine Arbeit von Anfang an so zu gestalten, dass möglichst viele Menschen teilnehmen können — unabhängig von Alter, Vorerfahrung oder Lebenssituation.
Gute Planung macht das möglich. Oft ohne nennenswerten Mehraufwand.
Das Arbeitsbuch — Soziale Architektur für Wohnprojekte
Aus meiner Praxis mit Phase10+ und dem ClusterKompass ist ein Arbeitsbuch entstanden — für Gruppen, Initiativen und alle, die gemeinschaftliches Wohnen entwickeln wollen.
Es ist kein Lehrbuch. Es ist ein Werkzeugkasten: mit Fragen, Übungen, Orientierungsrahmen und konkreten Schritten — von der ersten Idee bis zur tragfähigen Projektstruktur.
→ Kurze Einführung in Phase10+ PDF kostenlos herunterladen
→ Arbeitsbuch PDF kostenlos herunterladen
Architektur beginnt nicht mit dem Entwurf.
Sondern dort, wo Menschen beginnen, ihre Möglichkeiten bewusst zu klären.
Bewusst planen › Einfach. Bauen.
Das ist nicht nur ein Satz. Das ist die Richtung, aus der heraus ich arbeite.
Wenn das nach Ihrer Richtung klingt — lassen Sie uns ins Gespräch kommen.